Informationen über Yoga und Meditation
Hört jemand das Wort "Yoga",
stellt er sich vielleicht jemanden vor, der entweder mit gekreuzten Beinen am Boden sitzt, oder
seinen Rücken streckt, sein Rückgrat verdreht, oder sogar auf dem Kopf steht. Diese geläufige
Vorstellung stammt aus einem der Yoga-Zweige, dem Hatha Yoga. Wir sind inspiriert von einem Spruch
aus dem Hatha Yoga: Die regelmäßige Übung des Hatha Yoga kann einem Yogi "einen schlanken gelenkigen
Körper, einen strahlenden Teint, ein freudiges Gesicht, funkelnde Augen und gute Gesundheit
verleihen". Buddha, einer der größten Yogis aller Zeiten, sagte: "Aryoga Paramalabha" - "Gesundheit
ist der wertvollste Gewinn" (Dhammapada Vers 2004).
Nach jahrzehntelanger Übung im Hatha Yoga sind wir der Überzeugung, dass der Anspruch der Hatha
Yogis absolut wahr ist. Tatsächlich kann Hatha Yoga noch großartigere Segnungen verleihen: einen
gelassenen Geist und Zufriedenheit, die zu spirituellem Hochgefühl und Erleuchtung führen. Noch
einmal Buddhas Worte: "Santutthi Praman Dhanam" - "Zufriedenheit ist der größte Schatz" (ebd.)
Yoga gibt es in verschiedenen Formen: Sankya, Raja, Kundalini, Gnana, Bakti, Karma, Avatar, Mantra
und Tantra, um nur einige zu nennen. Der Kern all dieser Yoga-Formen wird manchmal als "Viveka"
bezeichnet, was "Frieden, Gelassenheit und Glück" bedeutet. Einige Yogis haben behauptet, dass wir in
einer "Aviveka-Welt" leben, dem Gegenteil von Viveka. Aviveka bedeutet, dass unser Geist brennt,
verwirrt und niedergeschlagen ist. Was unsere Aviveka-Welt zur Zeit braucht, ist gemäß diesen Yogis
eine große Portion Viveka. Aber wer kann uns auf diesen Pfad führen? Welchen Hinweisen und Zeichen
können wir folgen?
Genau an diesem Punkt brauchen wir Klarheit und Leitung. Daher die Zusammenkunft auf dem Welt Yoga & Meditations-Kongress in Sri Lanka im Juli 2004 und nun dem zweiten Kongress vom 4.-11. Juni 2006.
Die Essenz der Meditation
Was ist Theravada Buddhismus?
Die beiden Abhidhamma oder "Alte Weisheitsschulen" des Buddhismus heißen Sarvastivada und Sthavira
(Pali, Theravada - ein gebräuchlicher Ausdruck für Buddhas Lehren in Sri Lanka und Südostasien).
Die Ältesten gründeten 250 vor unserer Zeitrechnung unter der Führung des buddhistischen heiligen
Mahinda, Sohn des indischen Herrschers Asoka, das Theravada.
Ein kleines Gegenstück auf dem Festland behielt den Namen Sthavira nach der dominanteren Alten
Weisheitsschule Sarvastivada. Der Unterschied in der Lehre war gering und metaphysisch: der Name
bedeutet "alles existiert" (Sarvam asti). Die Anhänger des Theravada vereinfachten die Lehre auf
die Bedeutung: "Die Vergangenheit existiert, die Zukunft existiert, die Gegenwart existiert",
allerdings ist die Existenz verborgen oder möglich. Die Grundlage der Theravada-Lehre ist das
Abhidharma (Pali, Abhidhamma), die Bestandteile des Erkennens (Ayatanas): die sechs Sinne
(fünf äußere: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen; ein innerer: Denken) und ihre
korrespondierenden Daten (Form, Ton etc.)
Der achtfache Yoga-Pfad
Auf dem Weltkongress wollen wir yogische & buddhistische Meditation einander gegenüberstellen, wollen den yogischen achtfachen Pfad (das berühmte Ashtanga Yoga) erforschen:
Yama & Niyama, die "Zehn Gebote" des Yoga
- Asanas (Stellungen)
- Pranayama (Atemkontrolle)
- Pratyahara (Ausschalten von Gefühlen)
- Dharana (einleitende Konzentration)
- Dhyana (Konzentration Fortgeschrittenenstadium)
- Samadhi (höchste Stufe der Konzentration): Sabhikalpa Samadhi und Nirbhikalpa Samadhi).
Desgleichen wollen wir den buddhistischen achtfachen Pfad (den achtfachen Pfad des berühmten
Arya Ashtanga Magga) erforschen:
- Samma Dhitti (rechte Ansichten)
- Samma Sankappa (richtiges Denken)
- Samma Vacha (rechtes Sprechen)
- Samma Kammanta (richtiges Handeln)
- Samma Ajiva (rechte Lebensführung)
- Samma Vayama (rechtes Bemühen)
- Samma Sathi (rechtes Bewusstsein)
- Samma Samadhi (rechtes Versenken)
Sie alle führen zu Pragna (Einsichtsweisheit), das wiederum den Weg zum Nibbana (Sanskrit: Nirvana)
ebnet. Sie werden sehen, dass sowohl der yogische als auch der buddhistische Pfad in acht Schritten
zu Samadhi führt. Samadhi ist ähnlich einer Brille, die alle Yogis tragen müssen, um ‚das
Unsichtbare' zu sehen - um eins zu werden mit dem wahren Ursprung der Schöpfung - dem Nirvana.